Was ist das besondere eines Fully?

Wenn wir von einem Fully sprechen, dann meinen wir damit ein vollgefedertes (Full suspension) Mountainbike. Bei einem normalen Hardtail ist der hintere Teil des Fahrradrahmens wie der Name schon vermuten lässt „hart“ oder besser gesagt steiff. Bei einem Fully dagegen wird neben der Federgabel im hinteren Teil des Rahmens ein weiteres Federelement verbaut. Die Fullys der heutigen Zeit bestehen größtenteils aus einem Aluminium oder Carbon-Rahmen. Insbesondere Carbon-Rahmen sind gegenüber Aluminium noch einmal leichter, so dass an dieser Stelle etwas Gewicht eingespart werden kann.

Welche Dämpfungssysteme werden bei einem Fully verbaut?

Wichtig ist zu wissen, welche Art von Federrung bevorzugt. Grundsätzlich werden Luftfederungssysteme oder Stahlfederungssysteme an Fullys verbaut. Der große Vorteil von Stahlfedern ist, dass sie ein feineres Ansprechverhalten gegenüber Luftfedern besitzen und meist im Freeride oder Downhillbereich eingesetzt werden, wo der Fahrer viel Federweg benötigt. Die Stahlfeder kehrt nach einem Schlag in die ursprüngliche Position zurück und sorgt somit für die nötige Bodenhaftung.

Luftfederungssysteme dagegen werden über ein Ventil an der Gabel oder am Dämpfer eingestellt. Somit kann man das Federverhalten optimal auf das Gewicht des Fahrers einstellen. Bei einem mit Luft befülltem Dämpfer ist der sogenannte SAG zu beachten. Dieser sollte zwischen 20 und 40 Prozent liegen. Dies ist bewerktstelligt, wenn der Ring sich auf dem oberen ersten 1/3 des Federungsweges des Dämpfers befindet. Um den SAG zu bestimmen musst du folgendes tun. Setz dich ohne zu wippen auf das Fahrrad und lass den Dämpfer eintauchen. Nun steigst du vorsichtig vom Rad und schaust, wo sich der Ring beifndet. Ist er zu tief, so musst du etwas Luft nachpumpen. Wiederhole den Vorgang so lange, bis du den empfohlenen SAG erreicht hast.

MTB-Fully kaufen: Darauf solltest du achten

Es gibt zahlreiche Markenhersteller von Fullys und jeder hat sein eigenes Design entwickelt, wo er der Meinung ist, dass dieses die beste Funktionalität für den entsprechenden Einsatzzweck ist. Wenn du dir ein neues MTB-Fully kaufen möchtest, dann möchte ich dir ein paar Tipps mit an die Hand geben, worauf du grundsätzlich achten solltest.

Eins vorweg: Ein Fully ist in der Regel etwas schwerer und Wartungsintensiver gegenüber einem Hardtail. Das liegt daran, dass der Rahmen wesentlich komplexer aufgebaut ist. Hier kommen Gelenke zum Einsatz, welche die Beweglichkeit des Hinterbaus bewerkstelligen, die regelmäßige Wartung benötigen.

Wie viel möchtest du für ein MTB-Fully ausgeben?

Diese Frage ist eigentlich erstmal grundsätzlich zu beantworten. Wenn du nur ein eingeschränktes Budget für ein Fully hast, dann solltest du die lieber überlegen auf ein dafür gutes Hardtail umzusteigen. Man bekommt zwar schon Fullys für rund 1500 €, jedoch würde ich hier eher auf ein dafür besseres Hardtail umsteigen. Der Grund dafür ist, dass in dieser Preisklasse die technische Ausstattung der Fullys wie Bremsen, Schaltung , Kurbel etc eher durchschnittlich ist. Daher überlege dir, was du ausgeben möchtest und kannst. Soll es unbedingt ein Fully sein, dann warte lieber bis du dir ein gutes leisten kannst. Wie bei anderen Dingen gilt auch hier: Wer günstig kauft, kauft zwei mal.

Was möchtest du mit deinem Fully fahren?

Du brauchst natürlich kein Freeridebike, wenn du ab und an mal ein paar Trails fahren möchtest. Daher überlege dir gut, wo du mit deinem Bike unterwegs sein wirst. Eher auf Waldautobahnen oder doch eher traillastig? Wirst du viele Uphills, also Berganstiege dabei haben ist ein Locksystem des Dämpfers sinnvoll und du bist schon im Bereich eines All-Mountainbikes.

Die Reifengröße deines neuen Fullys

Geht es um die Reifengröße kannst du dich zwischen den gängigen Größen von 26, 27,5 und 29 Zoll Reifen entscheiden. Grundsätzlich gilt. Je kleiner die Größe desto wendiger bist du im Trail. Gleichzeit sind größere Laufräder laufruhiger, wenn du längere Touren fährst. Der Mittelweg ist natürlich 27,5. Mittlerweile erhälst du Fullys mit Plus-Bereifung. Diese haben den großen Vorteil, dass du bei Downhill -und Trailabfahrten mehr Gribb hast. Der Nachteil von Plusreifen ist hier allerdings das Gewicht und der Rollwiderstand. Fullys wiegen ohnehin schon etwas mehr als ein Fully, so dass hier eine Plusbereifung noch mal zusätzlich Gewicht bedeutet, was du die Berge hochstrampeln musst.

Nach dem Kauf deines Fullys

Ein Fully ist aufgrund der Komplexität des Rahmes etwas wartungsintensiver als ein Hardtail. Nach dem du dein Fully gekauft hast, solltest du nach ca. 200 – 300 KM die Werkstatt aufsuchen und das Bike einer kleinen Inspektion unterziehen lassen. Hier werden noch mal alle Teile eingestellt und alle Schrauben nachgezogen. Nachgelagert solltest du die Wartungsintervale der Hersteller beachten um entsprechende Garantieleistungen nicht zu verlieren.